"Ein seltsames Paar" im Schlosspark Theater berlin

Für Essener, die die Bundeshauptstadt Berlin besuchen, haben wir einen ganz speziellen Kulturtipp parat. Frei nach dem Motto: „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“. Im Berliner Ortsteil Steglitz befindet sich das Schlosspark Theater, sehr nah gelegen an dem S-Bahnhof und U-Bahnhof Rathaus Steglitz.

Dieter Hallervorden erweckte dieses Theater einst aus dem Dornröschenschlaf. Sein 1998 geborener Sohn Johannes Hallervorden ist ebenfalls Schauspieler von Beruf und tritt am Schlosspark Theater in Steglitz auf. Johannes Hallervorden haben wir auf der Bühne in Steglitz beispielsweise bewundern können in „Monty Python’s Spamalot – Die Suche nach dem heiligen Gral“. Aktuell steht der junge Mime mit dem Riesentalent auf der Bühne in dem Klassiker „Ein Seltsames Paar.“ Der US-Autor Neil Marvin (1927 bis 2018) schrieb diesen Komödienklassiker, den Michael Walter ins Deutsche übersetzt hat. Durch den 1968 gedrehten Film „The Odd Couple“ erlangte das Werk Weltruhm. Die beiden US-Schauspieler Jack Lemmon und Walter Matthau spielen das Herrenduo Felix und Oscar. Nach der Silberhochzeit wird der Putz- und Ordnungsfanatiker Felix von seiner Frau vor die Tür gesetzt wird. Aus Mitleid nimmt sein Freund Oscar ihn bei sich auf. Doch was am Anfang aussieht wie eine ganz normale Männer-WG, entpuppt sich bald als eheähnliches Panoptikum, mit dem einzigen Unterschied, dass das ewig wischende und putzende Heimchen am Herd eben keine Frau, sondern ein Mann namens Felix ist. Neben Johannes Hallervorden, der den Polizisten Manne spielt, wirken in Steglitz auf der Bühne mit: Guido Hammesfahr (Oscar), Marten Sand (Felix), Harald Effenberg (Winne), Julia Fechter/Anne-Catrin Märzke (Anja) und Gesine Sand (Tanja). Die Verantwortung für die Kostüme lag in den Händen von Ulrike Stelzig Schaufert; für die Choreographie ist Gesine Sand verantwortlich. Für die Regie und das Bühnenbild ist Marten Sand zuständig. Bis Ende Oktober ist Johannes Hallervorden mit seinen Kollegen als „Ein Seltsames Paar“ im Einsatz und strapaziert die Lachmuskeln der Zuschauer.

Im November dann finden Aufführungen am 5. 7. und 8. November statt. Alle Details unter: www.schlossparktheater.de (Text/Foto: Volkert Neef)

 

Der Berliner Schauspieler Johannes Hallervorden wird vorgestellt.

KW: Johannes Hallervorden, Steglitz, Schlosspark Theater, Dieter Johannes, Neil Simon, Ein seltsames Paar, Gesine Sand, Julia Fechter, Guido Hammesfahr, Marten Sand, Anne-Catrin Märzke, Jack Lemmon, Walter Matthau, Michael Walter

 


KOMPLEXE VÄTER im Rathaus

Foto: Veranstalter
Foto: Veranstalter

10.09. – 18.10.2020 KOMPLEXE VÄTER 

Buch und Regie: René Heinersdorff 

mit JOCHEN BUSSE, HUGO-EGON BALDER, RENÈ HEINERSDORFF, MAIKE BOLLOW, JOSEPHA GRÜNBERG 

 

Drei nicht mehr ganz so junge Männer versuchen auf unterschiedlichste Weise nachzuholen, was sie bei der Tochter versäumt haben. Dass sie sich dabei durch eine Verkettung unglücklicher Umstände gegenseitig in die Quere kommen, macht es ihnen schwer, ihre Ziele zu erreichen. Die Sehnsucht, begangene Lebensfehler zu korrigieren, die Hoffnung, die Zeit aufhalten zu können, der Wunsch, Erlebtes nochmal zu leben, führen zu massiven Verwechslungen und Missverständnissen, die aufeinanderprallen. Geht es wirklich um die Tochter? Oder auch um die Erkenntnis, dass die Zeit nicht alle Wunden heilt. Nur zwei starke Frauen sind in der Lage, aus den drei Männern keine Väter mit Komplexen werden zu lassen. Eine Komödie über die Eitelkeit zu später Väter. Und über die Liebe. 

 

René Heinersdorff hat seinen Freunden Jochen Busse und Hugo Egon Balder die Rollen der alt gewordenen Väter auf den Leib geschneidert. Die beiden lassen Heinersdorffs Pointen funkeln und erweisen sich einmal mehr als Meister des genauen Timings. 

Preise: 16,-€ - 33,-€ 


Der große Dieter Hallervorden

Was der 1935 in Dessau geborene Intendant, Schauspieler, Komiker, Kabarettist, Synchronsprecher, Moderator, Texter, Komponist Dieter Hallervorden erreicht hat, ist schon sensationell.

 

Man kennt ihn, egal wie alt oder jung man ist und alle mögen ihn. Er gehört genauso zur Familie wie Tante Ilse und Onkel Paul. Zu Zeiten, als es noch kein Privatfernsehen gab und die Frage „Was sehen wir heute Abend im Fernsehen?“ schnell beantwortet war, weil es nur ARD und ZDF gab und das Dritte Programm als Schulfernsehen fungierte, spielte er sich bereits tief in die Herzen der Zuschauer hinein. Kinder machten auf den Schulhöfen die Sketche von Dieter Hallervorden nach, die sie abends zuvor im Fernsehen bewundert hatten. In den Büros unterhielten sich die Sachbearbeiter darüber, welcher Sketch einem persönlich am Besten gefiel. Von 1975 bis 1980 lief im Fernsehen die humoristische TV-Serie „Nonstop Nonsens“. Erfinder dieser quotenreichen Fernsehsendung war Dieter Hallervorden. Zudem wirkte er dort als Hauptdarsteller und Co-Texter mit. Dass der vielseitige Künstler aber auch den „bösen Onkel“ darstellen kann, bewies er beispielsweise schon 1960 im Krimi „Die 1000 Augen des Dr. Mabuse“. Dort trat er als Reporter auf. Richtig böse trat er 1970 im Fernsehfilm „Das Millionenspiel“ von Wolfgang Menge auf. Dieter Hallervorden stellte einen Auftragskiller dar. In dem 1974 gedrehten TV-Thriller „Der Springteufel“ flieht Dieter Hallervorden als Insasse aus einer Nervenheilanstalt. Um flüchten zu können, brachte er einen Krankenpfleger um. Sein Talent als Komödiant bewies der beeindruckende Künstler dann als „Didi“ in so erfolgreichen Kinofilmen wie beispielsweise aus dem Jahre 1984 „Didi-Der Doppelgänger“ und 1985 „Didi und die Rache der Enterbten“. Ein Jahr später folgte „Didi auf vollen Touren“. Von 1994 bis 2003 sah man ihn in über 100 Folgen in der ARD in der Kabarett-Sendung „Hallervordens Spott-Light“. Im „jugendlichen Alter“ von 78 Jahren erhielt er den Deutschen Filmpreis für seine Rolle im Kinofilm "Sein letztes Rennen". Man kennt ihn auch aus der Tragikomödie "Honig im Kopf" mit Til Schweiger aus dem Jahre 2014. Im Jahre 2009 war es ihm zu verdanken, dass im Schlosspark Theater in Berlin-Steglitz wieder neues Leben eingehaucht worden ist. Das Land Berlin trennte sich von dem seit Jahren leerstehenden Theater. Für zunächst 10 Jahre übernahm es Dieter Hallervorden und führt es nunmehr weiter. Mittlerweile steht ihm dabei sein 1998 geborener Sohn Johannes zur Seite. Seit geraumer Zeit ist das Theater in Steglitz ein Magnet für Theaterliebhaber aus ganz Deutschland geworden.

Am 31. August lud der Intendant zur Pressekonferenz in sein Theater ein. Er teilte mit, die Pandemie Corona forderte und fordert immer noch ihren Tribut. Monatelang durfte man nicht spielen, jetzt darf man nur 105 der 473 Plätze belegen. Hallervorden hatte auch hierzu eine sehr gute Idee! Kurzerhand nahmen 50 Puppen auch Plätze ein. So fühlt sich das Publikum nicht allzu verloren. Dieter Hallervorden machte auch unmissverständlich klar, dass es kostengünstiger ist, ein Theater geschlossen zu halten als nur vor ganz wenigen Zuschauern aufzutreten. „Aber genau das ist ja nun nicht meine Philosophie", sagte er vor den zahlreichen Medienvertretern. Zum Glück habe er einst einen kompetenten Steuerberater getroffen und von den Einnahmen aus den erfolgreichen Kinofilmen aus der „Didi-Zeit“ sei noch der ein oder andere Spargroschen vorhanden. Notfalls unterstütze Dieter Hallervorden weiterhin mit seinen Rücklagen das Schlosspark Theater, bis es endlich wieder wie einst vor der Corona-Zeit dort weitergehen könne. „Wir werden dieses Theater nicht untergehen lassen. Erhalten von Kultur ist für ein Volk von großer Bedeutung".

Mit zahlreichen bekannten Regisseuren und Schauspielern geht es in die 12. Spielzeit des Schlosspark Theaters. Dabei sticht u. a. die im Oktober startende deutschsprachige Erstaufführung „Ein deutsches Leben“ heraus.

Premiere ist am 10. Oktober. Brigitte Grothum, die auch in Dessau zur Welt gekommen ist, stellt in diesem Einpersonenstück unter der Regie von Philip Tiedemann die gebürtige Berlinerin Brunhilde Pomsel dar.

Das war die Sekretärin von Propagandaminister Dr. Joseph Goebbels. Grundlage des Werks von Christopher Hampton ist ein Interview, das die 1911 geborene Berlinerin mit 102 Jahren gab. Sie ist 2017 im Alter von 106 Jahren verstorben. Brigitte Grothum teilte mit: „Das Stück ist zwischendurch lustig, aber auch furchtbar“. Man frage sich, ob die ehemalige Sekretärin uns Lügen auftische, verdränge oder wirklich nichts von den Verbrechen der NS-Zeit gewusst habe. Es geht in diesem Einpersonenstück darum: „Wie viel Pomsel ist in uns allen?“ Etwas sehr Seltenes geschah nach dieser Pressekonferenz! Der große Dieter Hallervorden erhielt starken Beifall von den Medienvertretern.

 

Alle Details dazu unter www.schlossparktheater.de  (Text/Fotos: Volker Neef)

 

Eine PK vom 31. August 2020 mit Dieter Hallervorden im Schlosspark Theater wird beschrieben.  

KW: Brigitte Grothum, Joseph Goebbels, Berlin-Steglitz, Steglitz, Schlosspark Theater, Der Springteufel, Wolfgang Menge, Das Millionenspiel, Philip Tiedemann, Brunhilde Pomsel, Dessau

 


Alle Details dazu unter www.schlossparktheater.de  (Text/Fotos: Volker Neef)


Komödie "ALLES WAS SIE WOLLEN" im Rathaus-Theater essen

 

ALLES WAS SIE WOLLEN Komödie von Matthieu Delaporte & Alexandre de la Patellière 

Regie: Herbert Herrmann, mit HERBERT HERRMANN und NORA VON COLLANDE 

Lucie, eine erfolgreiche Theaterautorin, hat eine Schreibblockade. Bisher lieferte ihr missglücktes und chaotisches Privatleben den Stoff für ihre Stücke. Doch jetzt ist sie glücklich, auch glücklich verheiratet, wie sie sagt, und jegliche Inspiration zum Schreiben fehlt; das Papier bleibt weiß. Wenn irgendjemand sie doch nur ein bisschen unglücklich machen könnte … Das Leben meint es gut mit ihr und eine defekte Badewanne führt zu einer Begegnung mit Thomas, ihrem Nachbarn. 

Beide könnten unterschiedlicher nicht sein. Sie rastlos und selbstbezogen, er in sich ruhend, ein bisschen schwerfällig. Dennoch kommen die beiden einander näher und entwickeln einen gewagten Plan, um Lucies Kreativität wiederzubeleben. ALLES WAS SIE WOLLEN von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière (Der Vorname, Das Abschiedsdinner) ist eine Komödie, in der die Autoren auf geschickte Weise aus der Urkraft der dramatischen Kunst, dem Spiel aus Illusion und Wirklichkeit, schöpfen. Mehr unter www.theater-im-rathaus.de

 

Vorstellungsbeginn: Di.-Sa. 19:30 Uhr, So. und Feiertag 18:30 Uhr 

URAUFFÜHRUNG am 25.04.2019 

Preise: 16,-€ - 30,-€